Buddhismus

Dem Buddhismus gehören weltweit etwa 500 Millionen Menschen an. Sie berufen sich auf die Lehren des Buddha, ein ursprünglich als Siddharta Gautama bekannter Fürstensohn in Indien, der vermutlich im 5. Jahrhundert vor Christus lebte.

Der Religionsstifter: Buddha

Zunächst lebte Siddharta Gautama in Reichtum und Luxus. Dann jedoch wurde ihm bewusst, dass Reichtum kein Weg zum Glück ist. Nach der Überlieferung erkundete er verschiedene Religionen und Philosophien und folgte verschiedenen Meistern als Mönch. Nach jahrelanger erfolgloser Askese erlangte er schließlich die Erleuchtung. Dadurch wurde er zum Buddha, was “Erleuchteter” bedeutet.

Buddha machte keine Aussagen über eine Gottesvorstellung. Buddhisten können daher auch ohne den Glauben an einen persönlichen Gott zur Erleuchtung gelangen. Er machte allerdings zentrale Glaubensaussagen. Dazu gehören die sogenannten “Vier Edlen Wahrheiten”.

Die erste Wahrheit besagt, dass alles Leben Leiden ist. Der Mensch leidet durch Trauer, Sorgen Schmerz und Unzufriedenheit. Die zweite Wahrheit besagt, dass der Ursprung des Leidens das Verlangen (Tanha) ist. Dieses Verlangen bindet die Seele an den Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara). Die dritte Wahrheit ist das Erlöschen alles Leidens (Nirodha). Die vierte Wahrheit schließlich ist der “Edle Achtfache Pfad”, der Weg um das Erlöschen alles Leidens zu erlangen. Der achtfache Pfad besteht in rechter Erkenntnis, rechter Absicht, rechter Rede, rechtem Handeln, rechtem Lebensunterhalt, rechtem Streben, rechter Achtsamkeit und rechter Versenkung. Ein Synonym für den achtfachen Pfad ist der “mittlere Pfad”, das heißt, alles Extreme zu meiden und ausgewogen zu leben.

Ein gläubiger Buddhist möchte aus dem Kreislauf der Wiedergeburten der Seele ausbrechen und durch Erleuchtung selbst zum Buddha werden. Das Ziel ist das Nirwana, die höchste Verwirklichungsstufe des Bewusstseins. Das Nirwana kann nur mit Hilfe von intensiver Meditation erreicht werden.

“Karma” ist das Prinzip von Ursache und Wirkung. Das Wort selbst bedeutet “Tat”. Das philosophische Konzept hinter dem Wort Karma bedeutet, dass jeder Tat – gut oder schlecht – eine dementsprechende Folge hat. Diese Folge kann sich sofort oder in einem zukünftigen Leben der Seele zeigen. Letztendliches Ziel des Buddhisten ist es, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen.

Formen des Buddhismus

Der Buddhismus besteht aus drei Hauptrichtungen und vielen weiteren kleineren Strömungen. Die drei Hauptströmungen sind Theravada, Mahayana und Vajrayana (oft als Tibetischer Buddhismus bekannt). Die Strömungen unterscheiden sich in der Form, wie die Erleuchtung erreicht werden soll. Sie sind auch regional unterschiedlich verbreitet.

Buddhistische Mönche und Nonnen folgen einem Meister, der sie in dem entsprechenden Weg zur Erleuchtung anleitet. In manchen buddhistischen Ländern, wie zum Beispiel Thailand, ist es üblich, zumindest eine gewisse Zeit lang als Mönch zu leben.