Die Zukunft der Religion

Die seit etwa 50 Jahren klar erkennbaren Trends im Bereich der Religion werden sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. In Deutschland wird die emotionale Bindung an organisierte Religion abnehmen. In einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft wie Mitteleuropa werden religiöse Fragestellungen auch in Zukunft eine immer kleinere Rolle im Leben der meisten Menschen spielen.

Die Kirchenaustrittszahlen sind in Deutschland in den letzten Jahren in etwa stabil geblieben. Diese Entwicklung lässt sich auch in der Zukunft sehen. Langfristig übrig bleiben wird in allen Religionsgemeinschaften ein harter Kern von Anhängern, der sich aktiv am Gemeindeleben beteiligt und seinen Glauben aktiv lebt.

Weltweite Entwicklung der Religion

Im Gegensatz zu Europa sind in anderen Gegenden der Welt gegenläufige Entwicklungen zu beobachten. In Lateinamerika, Asien und Afrika nimmt der Anteil von konservativen, vor allem evangelikal geprägten, Glaubensgemeinschaften zu. Die Anhänger dieser eher kleinen Kirchen sind keine Mitglieder von großen, straff organisierten Landeskirchen mehr. Eher versammeln sie sich um einen charismatischen Pastor oder sind Mitglied in einer kongregationalistisch organisierten Religionsgemeinschaft mit hoher Gemeindeautonomie.

In moralischen Fragen wie der Akzeptanz von Homosexualität oder Abtreibung sind diese Gläubigen deutlich konservativer als die meisten Mitteleuropäer.

Diese Entwicklung ist auch beispielsweise in der islamischen Welt zu beobachten.